Tag des Schulsports
Programm
Schwerpunkt: Alle
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Seminarraum 0.103
Referent*in: Benjamin Büscher
Vor dem Hintergrund globaler ökologischer, ökonomischer und sozialer Transformationen ist eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zum gesamtgesellschaftlichen Leitbild geworden und findet spätestens seit der AGENDA 2030 über die 17 Sustainable Development Goals (SDGs; UNESCO, 2017) Einzug in sämtliche Bildungsinstitutionen. In der Schule findet das fächerübergreifende Bildungskonzept zwar Verankerung in den Lehr- und Bildungsplänen aller Bundesländern und Schulstufen, die Unterrichtspraxis zeigt jedoch, dass den bildungspolitischen Forderungen nicht in allen Schulfächern gleichermaßen nachgekommen wird (Lohmann et al. , 2023). Der Schulsport scheint insofern von besonderer Bedeutung, da er über erweiterte zeitliche und räumliche Ressourcen und Organisationsstrukturen, z. B. durch Exkursionen oder den Pausensport, verfügt und somit einen direkten Anschluss an die Lebenswelt der Schüler:innen findet (Bindel & Schwarz, 2015).
So rücken insbesondere die Komponenten der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit in den Fokus des Schulsports. Dem Sport genuine Bewegungsräume, in der Stadt, auf dem Land, in den Bergen oder auf dem Wasser in Wechselwirkung mit den entsprechenden klimatischen und saisonalen Bedingungen, sind zwar nicht an jeder (deutschen) Schule gleichermaßen erreichbar, sie können aber auf vielfältige Art und Weise vor Ort vorbereitet und auf außerschulische Bewegungsräume übertragen werden (Erhorn & Schwier, 2016). Im Rahmen von Exkursionen, Projektwochen oder auch im Ganztag können Schüler:innen über den unvermittelten leibkörperlichen Kontakt zu Natur- und Bewegungserfahrungen subjektive Relevanzen und ein persönliches Verantwortungsbewusstsein entwickeln, was letztlich auch das Miteinander im Klassenverband bzw. die Schulkultur prägt (Langer, 2022).
Der Workshop bildet unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung von BNE im erweiterten Schulsport anhand konkreter Beispiele aus Dortmunder Schulen ab. Auf der Basis erster empirische Einblicke in die Perspektive von Lehrkräften, Schüler:innen und Organisator:innen von erlebnispädagogischen Bewegungsangeboten werden spezifische Potenziale, aber auch organisatorische und personelle Herausforderungen eines nachhaltigen Schulsports skizziert. Gemeinsam sollen anschließend konkrete Unterrichtsideen ausgetauscht und offene Fragen der Differenzierung, Finanzierung sowie die Etablierung im Regelunterricht diskutiert werden.
Literatur
Bindel, T. & Schwarz, R. (2017). Sport-Räume. Sportpädagogik (2), 2-7.
Deutsche UNESCO-Kommission (Hrsg.). (2017). UNESCO Weltaktionsprogramm: Bildung für nachhaltige Entwicklung. Zugriff am 09.06.2017. Verfügbar unter www.bne-portal.de/de
Schwier, J. & Erhorn, J. (2015). Pädagogik außerschulischer Lernorte: Eine interdisziplinäre Annäherung. transcript.
Langer, W. (2022). Aspekte einer pädagogischen Theorie des Natursports. Kritisch konstruktive Analysen, Entwicklungen und Perspektiven. Schneider Verlag Hohengehren GmbH.
Lohmann, J., Brandl-Bredenbeck, H. P. & Wendeborn, T. (2023). Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sportunterricht und Schulsport. Sportunterricht, 72 (9), 388-394.
Schwerpunkt: Primarstufe
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Halle 1
Referent*in: Dr. Meike Riedel
Literacy gilt als Sammelbegriff für die kindlichen Erfahrungen und Kompetenzen hinsichtlich der Buch-, Erzähl- und Schriftkultur. Dazu gehören Textverständnis und Sinnverstehen, über Sprache und Schrift zu kommunizieren, aber auch sprachliche Abstraktionsfähigkeit oder die Vertrautheit mit Büchern (Alt & Prochnow, 2024; Zimmer, 2026). Lesen stellt die grundlegende Fähigkeit für jegliches Lernen dar. Umso wichtiger ist es, dass Kinder frühzeitig und umfassend an Bücher und somit an das Lesen herangeführt werden (Näger, 2017).
In diesem Arbeitskreis wird ausgehend von der Geschichte „Harry Potter und der Stein der Weisen“ eine praxisorientierte Umsetzungsmöglichkeit zur Förderung von Literacy und Bewegung vorgestellt.
In einem Wechsel zwischen Vorlesen, Bilderbetrachtung und Bewegungssequenzen (Menke & Braun, 2015) wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, selber als Harry, Ron oder Hermine in die Geschichte einzutauchen und den Stein der Weisen in einer Hogwarts-Bewegungslandschaft zu finden.
Literatur
Alt, K. & Prochnow, A. (2024). Kinder entdecken Sprache. Sprachentwicklung, Sprachbildung und Sprachförderung in der Kita. Kohlhammer.
Menke, R. & Braun, M. (2015). Raus aus der Leseecke – rein in die Bewegung. motorik 2, 56-61.
Näger, S. (2017). Literacy - Kinder entdecken Buch-, Erzähl- und Schriftkultur. Herder.
Zimmer, R. (2026). Handbuch Sprache und Bewegung. Alltagsintegrierte Sprachförderung in der Kita. Herder.
Schwerpunkt: 4.-10. Klasse
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Halle 2
Referent*in: Noah Pirk
Um qualitätsvollen Sportunterricht – wie er beispielsweise im QUALLIS-Unterrichtsqualitätsmodell von Herrmann und Crapa (2024) beschrieben wird – gestalten zu können, sind Sportlehrkräfte sowohl in der Unterrichtsvorbereitung als auch in der Unterrichtspraxis erheblichen Belastungen ausgesetzt (u. a. Österreich, 2015). Dies gilt in besonderem Maße für den Sportspielunterricht, da hier die Heterogenität der Schüler*innenschaft deutlich hervortritt und Sport- spiele für Lehrkräfte häufig mit erhöhten Anforderungen an das Classroom Management verbunden sind. Vor diesem Hintergrund tendieren Lehrkräfte nicht selten – oftmals auch unbewusst – zu einem eher direktiv-kontrollierenden Unterrichtsstil.
Bezugnehmend auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan (1993) sowie auf zahlreiche Studien dieser Theorietradition (u. a. Standage & Ryan, 2020) lässt sich jedoch zeigen, dass ein kontrollierender Unterrichtsstil mit ungünstigen motivationalen, leistungsbezogenen und affektiven Outcomes bei Schülerinnen im Sportunterricht einhergeht. Demgegenüber belegen Forschungsarbeiten aus den sogenannten Klassenzimmerfächern (u. a. Reeve & Cheon, 2021) sowie aus der Sporthalle (Standage & Ryan, 2020), dass ein autonomieförderlicher Unterrichtsstil mit positiven motivationalen und emotionalen Lernprozessen bei Schülerinnen verbunden ist. Darüber hinaus wird ein autonomieförderliches Lehrhandeln auch mit günstigen motivationalen und arbeitsbezogenen Erfahrungen von Lehrkräften, etwa einem höheren Wirksamkeitserleben und größerer Jobzufriedenheit, in Zusammenhang gebracht (Reeve & Cheon, 2021).
Vor diesem Hintergrund zielt der Workshop darauf ab, zentrale theoretische Grundlagen eines autonomieförderlichen Unterrichtsstils im Sportspielunterricht zu vermitteln und diese mit konkreten, praxisnahen Unterrichtsbeispielen zu verknüpfen. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden Impulse für eine autonomieförderlich Unterrichtsgestaltung erhalten und Möglichkeiten und Herausforderungen der Umsetzbarkeit gemeinsam diskutiert.
Literatur
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeu-tung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39(2), 223–238.
Herrmann, C., & Crapa, A. (2024). Qualität des Lehrens und Lernens im Sportunterricht. Das QUALLIS-Unterrichtsqualitätsmodell. sportunterricht, 73(11), 484-591.
Österreich, C. (2015). Gesunde Lehrkräfte - guter Unterricht?: Ausprägung und unterrichtliche Relevanz des beruflichen Beanspruchungserlebens von Sportlehrkräften. Springer VS
Standage, M., & Ryan, R. M. (2020). Self-determination theory in sport and exercise. In G. Tenenbaum, R. C. Eklund, & N. Boiangin
(Eds.), Handbook of sport psychology: Social perspectives, cognition, and applications (4th ed., pp. 37–56). John Wiley & Sons
Reeve, J., & Cheon, S. H. (2024). Learning how to become an autonomy-supportive teacher begins with perspective taking: A
Schwerpunkt: Lehrer:innen
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Halle 3
Referent*in: Carina Thomas
3x3 Basketball steht für Tempo, Action und maximale Beteiligung – und passt damit perfekt in den modernen Schulsport. Diese Spielform zeichnet sich durch kleine Teams, ein halbes Spielfeld und einfachen Regeln aus und eignet sich deshalb besonders gut für den Schulsport: Viele Ballkontakte, hohe Beteiligung und intensive Spielphasen auch bei begrenztem Platz und Material, wodurch koordinative, taktische und soziale Kompetenzen der Schüler*innen gefördert werden. Bei gezielter Modifikation der Regeln lässt sich 3x3 leicht an unterschiedliche Lernniveaus anpassen und im Unterricht verankern (Deutscher Basketball Bund).
Die Bedeutung dieser Spielform wird durch den Olympiasieg der deutschen Damenmannschaft im 3x3 Basketball bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris unterstrichen: Die deutsche Mannschaft gewann das Finale gegen Spanien mit 17:16 und sicherte sich damit die Goldmedaille in dieser olympischen Disziplin (FIBA, 2024). Dieser Erfolg macht 3x3 Basketball nicht nur zu einer attraktiven Wettkampfform, sondern liefert auch einen starken Motivations- und Identifikationsfaktor für Schüler*innen und Lehrkräfte im Schulsport.
Im Workshop erhalten Sportlehrkräfte praxisnahe Ideen, Spielformen und methodische Anregungen, um 3x3 Basketball sofort und gewinnbringend im Unterricht einzusetzen.
Literatur
Deutscher Basketball Bund. (o. J.). 3×3 Basketball im Schulsport. Abgerufen von 3x3.basketball-bund.de/schule/
FIBA. (2024). Netherlands and Germany win gold at 3x3 Basketball in Paris 2024 Olympic Games. Abgerufen von
https://www.fiba.basketball/en/news/netherlands-and-germany-win-3x3-paris-olympic-gold-medals
Schwerpunkt: 1.-4. Klasse
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Halle 4
Referent*in: Céline Amdohr & Stephan Hütter
Exekutive Funktionen sind kognitive Kontrollmechanismen, die dann greifen, wenn gelernte Automatismen nicht mehr ausreichen. In der Schule helfen gut ausgebildete exekutive Funktionen bei einer ruhigeren Klassenatmosphäre, einer besseren Konzentration und dem Unterdrücken störender Verhaltensweisen.
Sie tragen somit zu einem lernförderlicherenUmfeld bei und entlasten damit Kinder und Lehrkräfte im Schulalltag.
Der Workhop zeigt die Möglichkeiten zur Förderung der exekutiven Funktionen mit Fokus auf die Schuleingangsphase im ersten und zweiten Schuljahr.
Dabei werden theoretische Grundlagen zur Thematik vorgestellt, um eine gemeinsame Basis der Teilnehmenden zu legen. Die exekutiven Funktionen Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität und Inhibition werden erklärt, ebenso wie die von Sabine Kubesch zugeordneten Tiere Brause, Memo und Flatter. Diese dienen als kindgerechte Bilder, um Aspekte der exekutiven Funktionen bereits im frühen Schulalter verständlich zu machen.
Ebenfalls wird die praktische Umsetzung an der Schule der beiden Vortragenden vorgestellt mit Erwähnung der wissenschaftlichen Begleitung und der Ergebnisse dieser
Studie.
Im Praxisteil werden Spiele vorgestellt und mit den Teilnehmenden zusammen durchgeführt, die sich als besonders passend für die Schuleingangsphase erwiesen haben.
Dabei handelt es sich um Spiele für den Klassenraum, die Pausenhalle, den Schulhof und die Turnhalle. In dieser Phase wird ebenfalls aufgegriffen, wie sich Bewegungspausen zur Förderung der exekutiven Funktionen eignen.
Die Teilnehmer erhalten konkrete Spiel- und Übungsideen, die ohne großen Materialaufwand in den schulischen Alltag integriert werden können
Der Fokus liegt auf einer alltagsnahen Umsetzung im Unterricht, in Bewegungspausen (und im Ganztag). Die vorgestellten Spiele eignen sich auch für heterogene Lerngruppen.
Schwerpunkt: Primarstufe und Sekundarstufe I
Zeitblock: 10:30 – 12:00 Uhr
Ort: Gymnastikraum
Referent*in: Karolin Franken
Tanz gilt nicht nur als Ausdruck einer körperlich-ästhetischen Praxis, sondern stellt gleicher-maßen auch ein bedeutsames Medium zur Beziehungsgestaltung dar. Durch gemeinsames Bewegen können Differenzen zwischen Individuen produktiv genutzt und Gemeinschaft über körperliche sowie kulturelle Grenzen hinweg erlebbar gemacht werden. Dabei bieten speziell Gruppentänze in Anlehnung an Volkstänze, die in verschiedenen Bevölkerungsschichten meist durch eine direkte Überlieferung entstanden und eng mit der Kultur der jeweiligen Volks-gruppe verbunden sind (Rosenberg, 1988), vielfältige Möglichkeiten zur Förderung des sozia-len Miteinanders in Schüler*innengruppen. Darüber hinaus tragen etwaige Settings zur An-bahnung fächerübergreifender Bildungsprozesse bei und unterstützen insbesondere interkul-turelles Lernen. Unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen soll der Workshop dabei durch eine theoretische Perspektive auf Anerkennung, Diversität, Gleich-heit, Solidarität und Wertschätzung (Prengel, 2019; Honneth, 2019) im Kontext von Tanz im Schulsport theoretisch gerahmt werden. Im Fokus des Workshops steht das gemeinsame Er-arbeiten und Gestalten einfacher Gruppentänze – exemplarisch am Beispiel des Sirtaki und des Jiffy Mixer. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte, die Tanz als Medium im Sportunter-richt kennenlernen beziehungsweise ihr bestehendes Wissensrepertoire erweitern möchten. Ziel ist es, praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie gemeinsames Tanzen unter anderem zur Stärkung eines wertschätzenden Miteinanders beitragen und über körperliche Erfahrbar-keit soziale Lernprozesse in heterogenen Lerngruppen unterstützen kann.
Literaturverzeichnis
Rosenberg, C. (1988). Handbuch für Gymnastik und Tanz. Spaß an Bewegung mit Musik. Meyer und Meyer.
Prengel, A. (2019). Pädagogische Beziehungen zwischen Anerkennung, Verletzung und Ambivalenz (2. überarb. Aufl.). Verlag Barbara Budrich.
Honneth, A. (2019). Anerkennung. Eine europäische Ideengeschichte. Suhrkamp.
Schwerpunkt: Lehrer:innen
Zeitblock: 13:00 – 14:30 Uhr
Ort: Seminarraum 0.103
Referent*in: Prof. Dr. Dennis Dreiskämper
Der Lehrer:innen-Beruf gilt als besonders anfällig für ein erhöhtes Stressaufkommen und damit einhergehenden gesundheitsgefährdenden Verhaltensmustern (Schaarschmidt & Kieschke, 2013). Dabei können insbesondere für Sportlehrkräfte weitere Stressoren identifiziert werden wie Lärm, fehlende Pausen, Switching Costs etc. (van Haaren-Mack et al., 2020). Ziel dieses Workshops ist es, in einer Mischung aus Theorievermittlung, praktischer Anwendung, Diskus-sion und Selbstreflexion das Zusammenspiel von verschiedenen Stressoren und möglichen Ressourcen für ein erfolgreiches Coping mit Stresssituationen generell und individuell zu er-arbeiten, um hieraus mögliche Selbstregulationsstrategien zu entwickeln um stressbedingten Risiken vorbeugen zu können. Basierend auf dem transaktionalen Stressmodell von Lazarus und empirischen Befunden zu wirksamen persönlichen, sozialen und systemischen Ressour-cen (z.B. im Rahmen der Self-Determination-Theory, vgl. Raven et al., 2022) sollen dabei die Anforderungen an den (Sport-)Lehrer:innenberuf und mögliche Verhaltensweisen und Regu-lationsstrategien vorgestellt und erarbeitet werden. Hierbei wird der Nutzen verschiedener emotions- und problemorientierter Copingmechanismen diskutiert. Die Teilnahme am Workshop setzt voraus, sich persönlich mit dem Thema Stressoren im Berufs- und Lebensalltag in einer vertrauensvollen Workshopatmosphäre auseinandersetzen zu wollen.
Literatur
Raven, H., Hartmann, U., Schäfer-Pels, A., & Fischer, B. (2022). Zusammenhänge zwischen psychologischer Bedürfnisbefriedigung und emotionaler Erschöpfung sowie Vitalität bei Sportlehrkräften im Vorbereitungsdienst: Eine Nordrhein-Westfalen-weite Befragung. Zeitschrift für Sportpsychologie, 29(4), 115.
Schaarschmidt, U., & Kieschke, U. (2013). Beanspruchungsmuster im Lehrerberuf Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Potsdamer Lehrerstudie. In: Rothland, M. (eds) Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf. Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-531-18990-1_5
von Haaren-Mack, B., Schaefer, A., Pels, F., & Kleinert, J. (2020). Stress in physical education teachers: a systematic review of sources, consequences, and moderators of stress. Research Quarterly for Exercise and Sport, 91(2), 279-297.
Schwerpunkt: Sekundarstufe 1 und 2
Zeitblock: 13:00-14:30 Uhr
Ort: Halle 1
Referent*in: Sina Blöcker
Die pädagogische Perspektive „Gesundheit fördern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln“ sieht vor, dass Schüler*innen im Sportunterricht eine gesundheitsbezogene Handlungskom-petenz erwerben, die es ihnen ermöglichen soll, „gesundheitliche Chancen und Probleme sportlicher Aktivität einzuschätzen und das eigene Sporttreiben gesundheitsgerecht zu gestal-ten“ (MSW NRW, 2014, S. 13).
In dem Praxisworkshop wird – anstelle des klassischerweise in den Fokus genommenen ob-jektiven Themenfelds (z.B. Fitness, Belastungsdosierung) – das subjektive Themenfeld sport-bezogener Gesundheitskompetenz in den Vordergrund gerückt (z.B. Ptack & Tittlbach, 2020; Töpfer et al., 2022). Anhand exemplarischer Unterrichtsideen und -sequenzen (z.B. Erarbeiten von Entspannungstechniken zur Stimmungsregulation sowie Wahrnehmen und Regeln zum sozialen Wohlbefinden in Mannschaftssportarten) erarbeiten wir sowohl theoretisch als auch praktisch Möglichkeiten, Schüler*innen zur Auseinandersetzung mit ihrer subjektiv wahrge-nommenen psychosozialen Gesundheit im Kontext sportlicher Aktivität zu bringen.
Es wird diskutiert, welche Kompetenz Schüler*innen benötigen, um sportliche Aktivität so für sich nutzen zu können, dass sie ihnen subjektiv guttut. Dabei wird auch auf zielgruppenspezi-fische Unterschiede eingegangen (z. B. Motive zum Sporttreiben oder alterstypische Entwick-lungsaufgaben, die die Gesundheit Heranwachsender beeinflussen können).
Literatur
Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. (2014). Rahmenvorgaben für den Schulsport in Nordrhein-Westfalen (1. Aufl.). Düsseldorf.
Ptack, K., & Tittlbach, S. (2020). Bestandsaufnahme zum Thema Gesundheit im Sportunterricht. In R. Sygusch, H. P. Brandl-Bredenbeck, S. Tittlbach, K. Ptack & C. Töpfer (Hrsg.), Gesundheit in Sportunterricht und Sportlehrerbildung: Bestandsaufnahme, Intervention und Evaluation im Projekt ‚Health.edu‘ (S. 103-131). Springer Fachmedien Wiesbaden.
Töpfer, C., Jungheim, L., Lohmann, J., Sygusch, R., Tittlbach, S., & Brandl-Bredenbeck, H. P. (2022). Gesundheitskompetenz im portunterricht entwickeln. Sportunterricht, 71(8), 347–352.
Schwerpunkt: 5.-13. Klasse
Zeitblock: 13:00 – 14:30 Uhr
Ort: Halle 2
Referent*in: Ronja Pirk
Vor dem Hintergrund aktueller fachdidaktischer Konzepte (u.a. Gogoll, 2022) sowie der Kern-lehrpläne Sport für die Sekundarstufe I (MSB NRW, 2019) und die Sekundarstufe II (MSB NRW, 2014) steht im Sportunterricht die kompetenzorientierte Förderung der Lernenden im und durch Sport im Mittelpunkt. Ziel ist es, Lerngelegenheiten zu schaffen, die Wissen, Können und Wollen gleichermaßen adressieren und Schüler*innen zu einem reflektierten, handlungs-fähigen Sporttreiben befähigen.
Am Beispiel des Rückschlagspiels Badminton greift der Workshop ein zentrales Spannungs-feld schulischer Praxis auf: Häufig dominieren isolierte Technikübungen, während die funktionale Anbindung technischer Fertigkeiten an Spielsituationen und taktische Entscheidungsprozesse zu kurz kommt (Baumberger & Bislin, 2024). Das vorgestellte mediengestützte Unterrichtsvorhaben orientiert sich am Taktik-Spiel-Konzept von Mitchell et al. (2021) und zielt da-rauf ab, Lernende in die Lage zu versetzen, den Sinn des Spiels zu erfassen (König & Mem-mert, 2012). Dahingehend folgt es einem kreisspiraligen Vorgehen, bei dem zunächst spielnahe Problemsituationen in den Fokus rücken (Wissen – „Was ist zu tun?“), bevor die passende Technik gezielt erschlossen wird (Handeln – „Wie ist es zu tun?“) (Mitchell et al., 2021). Anhand konkreter Unterrichtsausschnitte werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie spielnahe Aufgabenformate, digitale Lernmaterialien (u. a. interaktive H5P-Elemente mit Lernvideos und Bildreihen) sowie differenzierende Zugänge sinnvoll kombiniert werden können. Der medien-gestützte Ansatz fördert dabei Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Lernenden (Achtergarde, 2015) und eröffnet zugleich Potenziale zur Binnendifferenzierung (Kress, 2020). Der Workshop verbindet zentrale theoretische Grundlagen eines kompetenzorientierten Unterrichts in Rückschlagspielen mit praxisnahen Beispielen für die Planung und Umsetzung im schulischen Kontext. Ziel ist es, den Teilnehmenden konkrete Impulse für einen spiel- und problemorientierten, mediengestützten Badmintonunterricht an die Hand zu geben.
Hinweis: Sofern vorhanden, werden die Teilnehmenden gebeten, einen eigenen Badminton-schläger sowie ein digitales Endgerät mitzubringen.
Literatur
Achtergarde, F. (2015). Selbstständiges Arbeiten im Sportunterricht. Ein Sportmethodenhandbuch (5., überarbeitete Aufl.). Meyer & Meyer Verlag.
Baumberger, J., & Bislin, S. (2024). Spielorientierte Vermittlung von Sportspielen. Unter Berücksichtigung des Transfers vom Wissen zum Handeln. (Schulsportforschung, Band 18). Logos-Verlag.
Gogoll, A. (2022). Handlungsfähigkeit A. Poweleit & S. Ruin (Hrsg.), Sch uulnsdp oKrot mimp Setpeiengzeenl d imer KZoenit(zeenp)t. dKeorn ptirnaugimtäatetins cuhnedn D Sispkoorntdtiinduaiktä-ttiek.n I nim A s. pBoörtttdcihdeark,t iSsc. hMeenier, Diskurs (Edition Schulsport, Band 42, S. 87-104). Meyer & Meyer Verlag.
König, S., & Memmert, D. (2012). Allgemeine und spezielle Spielfähigkeit – pädagogische und didaktische Überlegungen. In S.
König, D. Memmert, & K. Moosmann (Hrsg.), Das große Limpert-Buch der Sportspiele. Regeln, Technik und Spielformen von Mannschafts- und Rückschlagspielen (S. 12–20). Limpert Verlag.
Schwerpunkt: alle Schulstufen, v.a. Grundschule und Sek. I)
Zeitblock: 13:00 – 14:30 Uhr
Ort: Halle 3
Referent*in: Jürgen Swoboda
Die Vielzahl der Sportspiele lassen sich aufgrund ihrer Spielideen in Gruppen zusammenfassen, bspw. in die „Rückschlag-“ oder „Zielschussspiele“. In diesem Arbeitskreis sollen aus der zweiten Gruppe die sog. Wurfspiele im Vordergrund stehen, zu denen bspw. Basket-, Hand-, Korf- oder Wasserball gehören.
Aufgrund der gemeinsamen Spielidee lassen sich mehrere Kompetenzen ableiten, die die beteiligten Spieler:innen besitzen sollten, um die gemeinsame Spielidee der Wurfspiele umsetzen zu können:
- Elementare Bewegungsfertigkeiten / Techniken (bspw. Prellen, Passen und Fangen),
- koordinative Fähigkeiten (bspw. Orientierung-, Differenzierungs-, Umstellungsfähigkeit),
- individualtaktische Handlungsfähigkeiten (bspw. Wahrnehmungs-, Antizipations- u. Entscheidungsfähigkeit),
- einfache gruppentaktische (bspw. Freilaufen, Doppelpass) sowie
- soziale Handlungsfähigkeiten (bspw. Empathie, Identitätsdarstellung) im Umgang mit Hand und Ball
Diese Kompetenzen werden mit Begriffen wie „elementare“ oder „Basisspielfähigkeit“ überschrieben und sind v. a. dafür verantwortlich, dass die beteiligten Akteure aktiv und mit Freude an diesen Spielen teilnehmen und Spielen positiv erfahren können. Da die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Zusammenspiels dabei dominieren, sollte die Vermittlung der elementaren Spielfähigkeit zur Vorbereitung der o. g. großen Sportspiele vorrangig spielerisch, d.h. spielimmanent erfolgen. Hierzu bieten sich zunächst „Spiele mit Ball“ / Koordinationsaufgaben und „Kleine Spiele“ sowie später „Basisspiele“ oder „Kleine Sportspiele“ in Gruppen an, wodurch eine methodische
Steigerung der Anforderungen an die Beteiligten gewährleistet ist (siehe „Spielreihe“).
Nachdem beim letzten Tag des Schulsport die „Spiele mit Ball“ / Koordinationsaufgaben im Vordergrund standen, dominieren diesmal die sog. „Kleinen Spiele“ mit Hand und Ball. Diese beinhalten einfache Spielideen, d. h. offene Aufgabenstellungen, die unterschiedlich gelöst und damit spannende (Spiel-)Situationen hervorrufen und zu aktivem Mitspielen und damit spielimmanenten Lernen führen können. Oftmals sind nur wenige Spielregeln erforderlich, die wiederum den Adressatenvoraussetzungen und Rahmenbedingungen angepasst werden können.
Dies wiederum bietet die Möglichkeit auch die sog. „Allgemeine Spielfähigkeit” (nach DIETRICH 1984) der Schüler:innen weiterzuentwickeln. Dies bedeutet, dass sie in die Lage versetzt werden sollen, Kleine Spiele in Gruppen selbstständig zu initiieren, zu organisieren, aufrechtzuerhalten und bei Störungen weiterzuentwickeln.
Das didaktische Modell zum Thema „Elementare Spielfähigkeit durch Kleine Spiele mit Hand und Ball gemeinsam verbessern“ ist für alle Schulstufen vorgesehen (insbes. für die Grundschule und Sek. I) und lässt sich dem Bewegungsfeld „Das Spielen entdecken und Spielräume nutzen“ sowie der pädagogische Perspektive „Kooperieren, wettkämpfen und sich verständigen“ aus den „Rahmenvorgaben für den Schulsport in NRW“ (2014) zuordnen. Zum Abschluss des Arbeitskreises soll dieses unter Berücksichtigung der variierenden Bedingungen in Schule evaluiert und weiterentwickelt werden.
Literaturverzeichnis
Groth, K. & Kuhlmann, D. (1989). Integrative Sportspielvermittlung in Theorie und Praxis. Sportunterricht, 38 (10), 386-393.
Hönl, M., Adolph, H., Böttcher, G. & Pollmann, E. (1992). Integrative Sportspielvermittlung am Beispiel der Zielschußspiele. Sportunterricht, 41 (9), 361-371.
Medler, M. & Schuster, A. (1996). Ballspielen. Ein integrativer Ansatz für die Grundschule, Orientierungsstufe, Sportverein. Neumünster.
Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2014). Rahmenvorgaben für den Schulsport in Nordrhein-Westfalen. Frechen: Ritterbach Verlag.
Roth, K., Damm, T., Pieper, M. & Roth, C. (2014). Ballschule in der Primarstufe. Schorndorf: Hofmann.
Roth, K., Memmert, D. & R. Schubert (2013): Ballschule Wurfspiele. Schorndorf: Hofmann.
Roth, K. & Kröger, C. (2015). Ballschule. Ein ABC für Spielanfänger. Schorndorf: Hofmann.
Ungerer-Rörich, U. (1994). Soziales Lernen und Sozialerziehung im Sportunterricht - ein Startpunkt, um „Bewegung“ in die Schule zu bringen? In U. Pühse (Hrsg.), Soziales Handeln im
Sport und Sportunterricht, S. 146-157. Schorndorf: Hofmann.
Schwerpunkt: alle Schulformen
Zeitblock: 13:00 – 14:30 Uhr
Ort: Gymnastikraum
Referent*in: Helge Ebbinghaus
Dieser Inhaltsbereich des Schulsports umfasst Kampfspiele und Zweikampfsituationen ohne und vor allem mit direktem Körperkontakt, wobei das Miteinander im Vordergrund steht.
Ringen und Kämpfen in der Schule ist hier nicht als normierte Sportart, sondern allgemeinerals regelgeleitetes Miteinander-Kämpfen zu verstehen.
Die TN (Vorerfahrungen sind nicht erforderlich) sollen adressatengerecht eigene Erfahrungenim schulischen Ringen und Kämpfen sammeln und diese reflektieren. Der
Arbeitskreis ist als exemplarischer Durchlauf durch schulformübergreifende Unterrichtsvorhaben geplant und beachtet hierbei besonders die Einführung in die Zweikampfsportart Judo.
- Angesichts der Kürze der Zeit werden folgende Unterrichtsschwerpunkte exemplarischangesprochen:
- Gegeneinander setzt miteinander voraus
- Spielerische Kampfformen kennen lernen und erfahren
- Kooperative Techniken aus körpernahen Zweikampfsportarten erlernen und erproben
- Verantwortung, Achtsamkeit und Fürsorge im Umgang mit sich und anderen erfahren
- Sicher fallen lernen und erfahren
- Kräfte messen und kämpfen am Boden und im Stand
Hinweis: Bitte älteres und langes Sportzeug, möglichst ohne Reißverschluss (z.B. alten Jogginganzug) anziehen.
Schwerpunkt: 1. – 4. Klasse
Zeitblock: 13:00 – 14:30 Uhr
Ort: Halle 2
Referent*in: Dr. Lara Stamm & Nina Herzig
Der Praxisworkshop verfolgt das Ziel, den klassischen Hula-Hoop-Reifen wieder stärker in den Sportunterricht einzubinden. Trotz seiner langen Tradition wird dieses vielseitige Sportgerät häufig unterschätzt. Der Workshop zeigt, wie der Reifen kreativ, spielerisch und förderorientiert eingesetzt werden kann, um motorische Grundfertigkeiten, Rhythmusgefühl, soziale Interaktion und Bewegungslust der Kinder zu stärken.
Zu Beginn steht ein exploratives Warm-Up, bei dem die Teilnehmenden verschiedene Bewegungsformen mit dem Reifen erproben. In offenen Aufgabenstellungen wird der Reifen rollend, schwingend, balancierend oder als Partnergerät als Bewegungsimpuls erlebt. Dieser Einstieg soll Lehrkräften verdeutlichen, wie der Einsatz des Reifens für Kinder gestaltet werden kann und wie leicht der Reifen zu vielseitigen Bewegungserfahrungen anregt.
Im zweiten Abschnitt folgt eine systematische Auseinandersetzung mit grundlegenden Hula-Hoop-Techniken. Die Teilnehmenden üben dabei den festen Stand, das Anschwingen und Schwingen des Reifens, die Armhaltung und Schrittstellung in ihren Variationen für unter-schiedliche Leistungsniveaus. Anschließend werden Elemente der „Hula-Akrobatik“ (Herzig & Stamm, 2026) vorgestellt: Hier geht es weniger um das Hullern selbst, sondern um einen kreativ-künstlerischen Einsatz des Reifens. Ziel ist es, Lehrkräften neue Impulse zu geben, um das klassische Material und kreative Aufgabenstellungen miteinander zu verbinden.
Darauf aufbauend werden Spiel- und Wettkampfformen und Spielideen zur Förderung der exekutiven Funktionen (FEX) (Herzig, 2026) erprobt, die sich jederzeit in den Unterricht integrieren lassen. Sie geben Ideen zu spielorientierten Aufgaben mit dem Reifen. Diese Formen zeigen die Anschlussfähigkeit an sportpädagogische Kompetenzen wie Kooperation, Fairness und Bewegungsfreude.
Abschließend findet eine gemeinsame Reflexionsphase statt. Die Lehrkräfte diskutieren Umsetzungsmöglichkeiten, Differenzierungsstrategien und sicherheitsrelevante Aspekte. Der Workshop schließt mit Ideen zur nachhaltigen Integration von Reifen in den Schulalltag, so-dass Hula-Hoop als attraktives und vielseitiges Bewegungsmedium langfristig im Unterricht verankert werden kann.
Literatur
Herzig, N. & Stamm, L. (2026, i. Dr.). Hula-Hoop für Kids. Technik, Training, kreative Spiele – Hula Hoop in seiner Vielfalt entdecken. Persen Verlag.
Herzig, N. (2026, i. Dr.). Die Selbstregulation stärken – Hula-Hoop-Spiele zur Förderung der exekutiven Funktionen. Grundschule Sport 49.
Herzig, N. & Stamm, L. (2025). Hula-Akrobatik – Turnerische Pyramiden bauen mit dem Hula-Hoop-Reifen. Grundschule Sport 48 (S. 9–11).
Schwerpunkt: 7.-12. Klasse
Zeitblock: 14:45 – 16:15 Uhr
Ort: Halle 3
Referent*in: Lea Vogell
In diesem Workshop stellen wir die Grundlagen des Lacrosse-Sports vor und geben Vorschläge zur Umsetzung im Sportunterricht. Neben einer kurzen theoretischen
Vorstellung des kanadischen Nationalsports wird viel praktisch erprobt: Passen und Fangen, Torschüsse und mögliche Trainings- und Spielvarianten für den Unterricht.
Spielerisch wird so nicht nur eine vielseitige Teamsportart sondern auch zugleich ein taktikorientiertes Unterrichtsvorhaben kennengelernt.
Literaturverzeichnis
https://dlaxv.de/schullacrosse/
Schwerpunkt: Lehrkräfte der Primarstufe und Sekundarstufe I
Zeitblock: 14:45 – 16:15 Uhr
Ort: Halle 4
Referent*in: Jana Bergmann & Britta Schröder
Kollaboratives Lernen gilt als eine besonders effektive Lernform und digitale Medien können dabei eine vertiefte Zusammenarbeit der Lernenden fördern (Dyson & Casey, 2012; Sung et al., 2017). Im Tanzen hat sich gezeigt, dass eine videobasierte Lernumgebung beim Beschreiben und Evaluieren praktischer Erfahrungen unterstützen kann (Leijen et al., 2009). Die Perspektive „von außen“ durch Videos und der Austausch mit anderen Gruppen zu eigenen Bewegungsgestaltungen wird aus Sicht der Lernenden als besonders positiv erlebt (Schröder & Jaitner, 2022). Durch die Arbeit mit Videos entstehen kollaborative Reflexionen im Prozess der Bewegungsgestaltung. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind vor allem die Methodik und bestimmte Rahmenbedingungen von Bedeutung (Sung et al., 2017). Wie der digital-kollaborative Lernansatz im Sportunterricht – speziell im Bewegungsfeld „Gestalten, Tanzen, Darstellen“ – sinnvoll eingesetzt werden kann, steht im Fokus dieses Workshops.
Im Arbeitskreis steht eine kurze theoretische Einführung in das Thema „Kollaboratives Lernen“ insbesondere im Zusammenhang mit digitalen Medien im Fokus. Chancen und Herausforderungen bei der Arbeit mit digitalen Medien in kollaborativen Lernsettings und daraus abgeleitete didaktisch-methodische Konsequenzen werden aufgezeigt. Danach werden Unterrichts-beispiele zum Einsatz von Videos im Gestalten, Tanzen, Darstellen für die Sekundarstufe I und II vorgestellt, erprobt und im Anschluss weitere Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert.
Literaturverzeichnis
Dyson, B., & Casey, A. (2012). Cooperative learning in physical education. Taylor & Francis New York, NY.
Leijen, Ä., Lam, I., Wildschut, L., Robert-Jan Simons, P., & Admiraal, W. (2009). Streaming video to enhance students’ reflection in dance education. Computers &
Education, 52(1), 169-176. https://doi.org/https://doi.org/10.1016/j.compedu.2008.07.010
Schröder, B., & Jaitner, T. (2022). Kollaboratives Lernen mit digitalen Medien im Bewegungsgestaltungsprozess. In C. Steinberg, H. Miko, K. Siewert, & S. Howahl (Hrsg.), 6.
Tanzpädagogischer Forschungstag – Abstractband (S. 5). Institut für Tanz und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln.
https://doi.org/10.25847/itb.2022.01
Sung, Y.-T., Yang, J.-M., & Lee, H.-Y. (2017). The effects of mobile-computer-supported collaborative learning: Meta-analysis and critical synthesis. Review of educational research, 87(4), 768-805.
https://doi.org/10.3102/0034654317704307
Schwerpunkt: 5.-13. Klasse
Zeitblock: 14:45 – 16:15 Uhr
Ort: Entspannungsraum Neubau
Referent*in: Dr. Sina Trebing
Mind-Body-Training beschreibt Bewegungsformen, bei denen körperliche Aktivität bewusst mit Atmung und Aufmerksamkeit verbunden wird. Ziel ist es, Bewegungen nicht nur auszuführen, sondern sie auch wahrzunehmen und zu steuern. Bekannte Beispiele sind Yoga, Tai Chi, Qi Gong, Meditation oder achtsamkeitsbasierte Bewegungsübungen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die sportliche Leistung, sondern die Qualität der Bewegung und die Regulation von Körper
und Geist.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Mind-Body-Training sowohl mentale als auch körperliche Prozesse positiv beeinflusst. Das Nervensystem wird beruhigt, Stress kann reduziert und die Konzentrationsfähigkeit verbessert werden. Gleichzeitig fördert diese Trainingsform die Körperwahrnehmung, das Gleichgewicht und die Koordination.
Für den Sportunterricht bietet Mind-Body-Training einen Mehrwert, da es einfach umsetzbar und für unterschiedliche Altersgruppen geeignet ist. Kurze Übungssequenzen von wenigen Minuten können zur Fokussierung zu Stundenbeginn, zur Verbesserung der Bewegungsqualität oder zur Entspannung im Cool-down eingesetzt werden.
Insgesamt stellt Mind-Body-Training eine sinnvolle Ergänzung dar, denn es unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, ihren Körper bewusster wahrzunehmen, sich besser zu konzentrieren und Bewegung ganzheitlich zu erleben.
In diesem Kontext beinhaltet der Workshop eine kurze theoretische Einbettung, bevor im Training verschiedene Elemente praktiziert und deren Effekte wahrgenommen werden. Anschließend wird erarbeitet, wie im Unterricht eine sachliche Anleitung gelingen kann, die Atmung, Aufmerksamkeit und das Körperempfinden fokussiert und ohne esoterische Inhalte auskommt.
Literatur
Fincham GW, Strauss C, Montero-Marin J, Cavanagh K. Effect of breathwork on stress and mental health: A metaanalysis of randomised-controlled trials. Sci Rep. 2023 Jan 9;13(1):432. doi: 10.1038/s41598-022-27247-y. PMID: 36624160; PMCID: PMC9828383.
Gard, T. et al. (2014). Potential self-regulatory mechanisms of yoga for psychological health. Frontiers in Human Neuroscience, 8, 770.
Zander, T., & Volmer, J. (2016). Achtsamkeit im Sport. Zeitschrift für Sportpsychologie, 23(2), 51–62.
Schwerpunkt: Sek I & II
Zeitblock: 14:45 – 16:15 Uhr
Ort: Außenanlage
Referent*in: Dr. Marcus Schmidt
Tragbare Sensorsysteme, sogenannte Wearables, wie Smartwatches, Fitnessarmbänder, Ringe oder andere Accessoires, werden zunehmend im täglichen Leben zur Überwachung, Bewertung und Verbesserung menschlichen Verhaltens und der Gesundheit eingesetzt [1]. Diese Geräte enthalten eine Vielzahl von Sensoren und Software, die vorgeben, die kontinuierliche Erfassung von Daten wie Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafmuster, Leistungszustand und sogar Stimmungszustände zu ermöglichen [1, 2].
Auch im Sport werden solche Systeme im Training und bei Wettkämpfen zunehmend eingesetzt, um leistungsrelevante Merkmale zu erfassen. Auch für den Schulsport eröffnen die mittlerweile weit verbreiteten Geräte durchaus Potential, um im Unterricht fächerübergreifende Themenfelder zu adressieren. Dies ist sinnvoll, da die verbauten Sensoren und deren Funktionsweise Anknüpfungspunkte zu unterschiedlichen Fächern (u.a. Physik, Chemie, Biologie, Geografie, Mathematik) ermöglichen. Zu den wesentlichen Sensoren, die in kommerziell verfügbaren Systemen verbaut sind gehören u.a. GNSS-Empfänger, (optische) Herzfrequenzsensoren, Barometer, Beschleunigungssensoren, Gyroskope, Magnetfeldsensoren, Temperatursensoren, Pulsoximeter, Kompasse und weitere. Die Erhebung und Verarbeitung der entsprechenden Sensordaten stellen einen kritischen Faktor für die resultierenden Genauigkeiten der bestimmten Merkmale dar. Diese Situation verschärft sich zudem durch die dynamische Natur der Wearable-Industrie mit ständig neuen Geräten, Software-Updates und (KI-)Algorithmen. Daher werfen trotz ihres Potenzials das rasante Tempo technologischer Fortschritte, die komplexe Natur dieser Geräte, sowie meist nicht zugängliche Algorithmen der Hersteller relevante Fragen bzgl. der Validität und Zuverlässigkeit solcher Systeme und der damit gemessenen sowie errechneten Daten auf [3, 4].
Zahlreiche Faktoren können die Gültigkeit der von Wearables gesammelten Daten beeinflussen. Dazu gehören Variabilitäten in den Algorithmen verschiedener Geräte zur Schätzung von Metriken wie Herzfrequenz, Schlaf oder körperlicher Aktivität [5], nutzerspezifische Faktoren
wie Alter, Körpergröße oder Hautfarbe [6], sowie Unterschiede in der Platzierung und Tragezeit des Geräts [7]. Auch Umweltbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit können die Sensorleistung beeinträchtigen [8].
In diesem Arbeitskreis werden daher im Selbstversuch die Möglichkeiten, Genauigkeiten und potentielle Fehlerquellen von ausgewählten Merkmalen (u.a. Herzfrequenz, gelaufene Strecke, Geschwindigkeit) reflektiert. Dazu ist es wünschenswert, dass alle Teilnehmenden bei Verfügbarkeit ihre eigenen Geräte (Laufuhr, Fitnesstracker, Handy inkl. Laufapp) mitbringen und bereit sind an einem kleinen Feldexperiment (mit moderater Belastung) teilzunehmen.
Literaturverzeichnis
1. Doherty, C., et al., Keeping Pace with Wearables: A Living Umbrella Review of Systematic Reviews Evaluating the Accuracy of Consumer Wearable Technologies in Health
Measurement. Sports Med, 2024. 54(11): p. 2907-2926.
2. Piwek, L., et al., The Rise of Consumer Health Wearables: Promises and Barriers. PLOSMedicine, 2016. 13(2): p. e1001953.
3. Fuller, D., et al., Reliability and Validity of Commercially Available Wearable Devices forMeasuring Steps, Energy Expenditure, and Heart Rate: Systematic Review. JMIR Mhealth Uhealth, 2020. 8(9): p. e18694.
4. Keogh, A., et al., Breaking down the Digital Fortress: The Unseen Challenges in Healthcare Technology-Lessons Learned from 10 Years of Research. Sensors (Basel), 2024. 24(12).
5. Montoye, A.H.K., J.R. Mitrzyk, and M.J. Molesky, Comparative Accuracy of a Wrist-Worn Activity Tracker and a Smart Shirt for Physical Activity Assessment. Measurement in Physical Education and Exercise Science, 2017. 21(4): p. 201-211.
6. Evenson, K.R., M.M. Goto, and R.D. Furberg, Systematic review of the validity and reliability of consumer-wearable activity trackers. Int J Behav Nutr Phys Act, 2015. 12: p. 159.
7. Toth, L.P., et al., Video-Recorded Validation of Wearable Step Counters under Free-living Conditions. Med Sci Sports Exerc, 2018. 50(6): p. 1315-1322.
8. Kim, J., et al., Wearable biosensors for healthcare monitoring. Nat Biotechnol, 2019. 37(4): p. 389-406.





