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Europa InTakt 2022 - Classic goes digital

Logo Europa InTakt 2022 © Europa InTakt
  • Datum: 21. - 24.09.2022
  • Formate: Konzerte und Workshops
  • Teilnahmeentgelt: 175,00€ (ermäßigt 90,00€)

Zur Anmeldung

Portraitfoto von Imgard Merkt © Privat

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Europa InTakt 2022 !

Zunächst eine persönliche Vorbemerkung. Vor zwölf Jahren, zum Zeitpunkt von Europa InTakt 2010, war ich als Professorin an der TU Dortmund im „aktiven Dienst“. Die Gestaltung der Professur „Musikerziehung und Musiktherapie in Rehabilitation und Pädagogik bei Behinderung“ von 1991 an war ein unglaubliches Privileg: Ich konnte in Forschung und Lehre das tun, was mir am Herzen lag. Am Herzen lag mir Zeit meines beruflichen Lebens ein offener Blick auf die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen in aller Welt – die persönliche Liebe zu der Musik, die hierzulande „klassisch“ genannt wird, eingeschlossen – und die Vermittlung dieses offenen Blicks in Seminaren, Vorträgen und Fortbildungen. Empfänger dieses offenen Blicks, der im Übrigen nicht ohne ein gewisses Maß an Selbstdistanz und Humor funktioniert, waren und sind Studierende, interessierte Menschen aus vielen Berufen und Menschen mit Beeinträchtigung. 10 Jahre lang habe ich im Kontext des Projektes Dortmunder Modell: Musik den inklusiv ausgerichteten Chor „stimmig“ geleitet, in dem Beschäftigte aus den Werkstätten für behinderte Menschen und Studierende gemeinsam gesungen haben. Die Hochschullehre auf diese Weise zu gestalten, war mir immer eine besondere Freude.

Seit nunmehr acht Jahren im sogenannten Ruhestand, gelingt es mir immer noch nicht, das zu tun, was manche von einer Ruheständlerin erwarten: Einfach einmal Ruhe geben. Warum aber sollte ich Ruhe geben? Das gesellschaftliche Thema Inklusion, das kulturpolitische und künstlerische Thema Musik und Inklusion ist lebendig, es entwickelt sich weiter. Die nächsten Generationen sind „digital natives“ mit neuen Ideen und Handlungsmöglichkeiten. Mit Interesse und/oder Freude auf Neuentwicklungen zu schauen oder noch besser, zu ihnen – auch kritisch - beizutragen, ist Aufgabe von denkenden und fühlenden Menschen jeden Alters.

Dass die TU Dortmund nach langer Pause noch einmal ein Schauplatz von Europa InTakt werden würde, konnte ich selbst nicht vorhersehen. Zu danken ist es der früheren Rektorin der TU Dortmund, Univ.-Prof. Dr. Ursula Gather, die als heutige Vorsitzende der Krupp-Stiftung ein 10jähriges Jubiläum von Europa InTakt für eine gute Idee hielt. Die  Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung stellte den größten Anteil der notwendigen Mittel für unsere Veranstaltung zur Verfügung. Die Bernd Jochheim Stiftung trug ebenso wie die Stadt Dortmund dazu bei, dass Europa InTakt in der hier angekündigten Form stattfinden kann. Gedacht für 2020 wurde aus bekannten Gründen 2022 daraus.

Die vergangenen Jahre hatten einige bislang nicht gekannte Lernaufgaben nicht nur für die europäischen Gesellschaften. Empathie und der Blick auf Wesentliches in Verbindung mit dem offenen Blick auf die Verschiedenheit der Menschen sind nur einige dieser Lernkapitel. Sie werden da und dort ganz offensichtlich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten gelernt. Dass das Motto Europa InTakt – 2003 fand hier in Dortmund die erste Veranstaltung dieses Namens statt – einmal eine solche politische Dimension wie die gegenwärtige annehmen würde – wer hätte sich das vor ein paar Jahren vorstellen können?

Auch Anderes, in kleinerem Rahmen, können sich manche nicht vorstellen. Musik und Inklusion ist zwar viel Arbeit, das stimmt. Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, wusste schon Karl Valentin. Musik und Inklusion ist nicht nur, aber immer wieder ebenso heiter wie interessant UND bedeutet nicht nur, aber immer wieder gute Musik. Um diese geht es.

Europa InTakt 2022 widmet sich den künstlerischen und technischen Neuentwicklungen im Bereich der digitalen Medien in Verbindung mit traditionellen Instrumenten. Classic goes digital meint zweierlei. „Classic“ meint das traditionelle und für die menschliche Entwicklung unabdingbare Tätigkeit des Berührens und in Bewegung setzen von Dingen, in unserem Fall von Instrumenten, meint die Notwendigkeit des sinnlichen Erfahrens des Gesetzes von Ursache und Wirkung. „Classic“ meint auch Musikrichtungen wie Barock, Klassik, Jazz, Musik der Welt – und Musizierformen wie Improvisation oder Reproduktion, „Classic“ meint auch Interdisziplinäres wie Musik und Bewegung oder Musik und Lichtkunst. Digital meint den Blick auf das, was die traditionellen Instrumente nicht können. Den Klang eines Instruments so verstärken, dass ein Mensch mit schwerer Behinderung in einem anspruchsvollen Ensemble adäquat mitspielen kann. Aus unwillkürlichen Bewegungen Musik werden zu lassen. Mit Effekten spielen. Und so weiter. Das Gesetz von Ursache und Wirkung auf bislang nie gekannte Weise erfahren. Classic goes digital will keinen Gegensatz, sondern gegenseitige Inspiration.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen heitere, inspirierende und intakte Tage in Dortmund!

Seit 2003 findet an der TU Dortmund ein europäischer Austausch von Musikensembles statt, in denen Menschen mit und ohne Behinderung künstlerisch zusammenarbeiten. Die letzte große Veranstaltung war Europa InTakt 2010 als Veranstaltung der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Ziel ist die Begegnung und Inspiration, sowie die Erhöhung der Präsenz inklusiv orientierter Ensembles im öffentlichen Kulturleben der Länder.

Europa InTakt 2022 widmet sich den künstlerischen und technischen Neuentwicklungen im Bereich der digitalen Medien in Verbindung mit traditionellen Instrumenten. Classic goes digital meint Musikrichtungen wie Klassik, Jazz, Musik der Welt und Musizierformen wie Improvisation, Komposition und Reproduktion, meint interdisziplinäre Aspekte wie Musik und Bewegung oder Musik und Lichtkunst.

Menschen mit und ohne Behinderung machen in international gemischten Workshops Erfahrungen in der Gestaltung von musikalischen Prozessen mit Hilfe von elektronischen und traditionellen Instrumenten. Die Mitglieder der eingeladenen Ensembles nehmen an den Workshops teil, die ihr Interesse finden und präsentieren die Workshopergebnisse mit dem Motto Europa InTakt in einem großen öffentlichen Abschlusskonzert.

Zielgruppe

Als Teilnehmende gedacht sind Lehrerinnen und Lehrer an Schulen, Musikschulen und Jugendkunstschulen, Musikerinnen und Musiker, Pädagoginnen und Pädagogen im Ganztag, in der Soziokultur, Mitarbeitende in allen Ebenen der Musik- und Kulturvermittlung, alle Menschen mit Interesse an inklusiven und künstlerischen Prozessen sowie Menschen mit Beeinträchtigung und Studierende relevanter Fächer.

Organisatorische Hinweise

Eine Anmeldung kann jeweils nur für einen Workshop erfolgen, der durchgehend besucht wird. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online. Mit der Anmeldung akzeptiere ich die allgemeinen AGB´s des ZHB.

Anmeldeschluss ist am 09.09.2022.

Mit der Anmeldung zu den Workshops und mit dem Konzertbesuch verbunden ist die Erlaubnis zur Dokumentation der Teilnahme im Dokumentationsfilm und auf Fotos, die in Printmedien und im Internet gezeigt werden.

Kosten:

Der Kongress kann nur als Ganzes gebucht werden. Eine Buchung einzelner Kongresstage oder Workshops ist nicht möglich.

Die Kosten für die Teilnahme am Kongress Europa InTakt 2022 betragen:

  • 175,00€ für Berufstätige
  • 90,00€ für Studierende und für Teilnehmer mit Behinderung 

Stornierung:

Eine Stornierung ist nur schriftlich bis zum 14.09.2022 beim ZHB mög­lich. Aus organisatorischen Gründen muss das ZHB eine Bearbeitungsgebühr von 30,00 Euro erheben. Bei einer Stornierung nach diesem Termin oder Nichtteilnahme ist der volle Tagungsbeitrag zu zahlen.

Hinweise:

Möglichkeiten zum Mittagessen gibt es auf dem Campus in unmittelbarer Nähe des Gebäudes in der „Food Factory“ der Emil-Figge-Str. 50 oder in der Mensa der TU Dortmund.

Am Samstag, 24.09.2022 besteht keine Möglichkeit der Verpflegung auf dem Campus.

Zur Anmeldung


Kontakt
Christiane Kaphengst
Bereich Weiterbildung, Zentrum für HochschulBildung
Tel.: (+49) 231 755-2164
E-Mail: christiane.kaphengsttu-dortmundde

Frauke Reininghaus
Bereich Weiterbildung, Zentrum für HochschulBildung
Tel.: (+49) 231 755-6507
E-Mail: frauke.reininghaustu-dortmundde

Anfahrt & Lageplan

Der Campus der Technischen Universität Dortmund liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Dortmund West, wo die Sauerlandlinie A45 den Ruhrschnellweg B1/A40 kreuzt. Die Abfahrt Dortmund-Eichlinghofen auf der A45 führt zum Campus Süd, die Abfahrt Dortmund-Dorstfeld auf der A40 zum Campus-Nord. An beiden Ausfahrten ist die Universität ausgeschildert.

Direkt auf dem Campus Nord befindet sich die S-Bahn-Station „Dortmund Universität“. Von dort fährt die S-Bahn-Linie S1 im 20- oder 30-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof Dortmund und in der Gegenrichtung zum Hauptbahnhof Düsseldorf über Bochum, Essen und Duisburg. Außerdem ist die Universität mit den Buslinien 445, 447 und 462 zu erreichen. Eine Fahrplanauskunft findet sich auf der Homepage des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, außerdem bieten die DSW21 einen interaktiven Liniennetzplan an.
 

Zu den Wahrzeichen der TU Dortmund gehört die H-Bahn. Linie 1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund Eichlinghofen und dem Technologiezentrum über Campus Süd und Dortmund Universität S, Linie 2 pendelt im 5-Minuten-Takt zwischen Campus Nord und Campus Süd. Diese Strecke legt sie in zwei Minuten zurück.

Vom Flughafen Dortmund aus gelangt man mit dem AirportExpress innerhalb von gut 20 Minuten zum Dortmunder Hauptbahnhof und von dort mit der S-Bahn zur Universität. Ein größeres Angebot an internationalen Flugverbindungen bietet der etwa 60 Kilometer entfernte Flughafen Düsseldorf, der direkt mit der S-Bahn vom Bahnhof der Universität zu erreichen ist.

Die Einrichtungen der TU Dortmund verteilen sich auf den größeren Campus Nord und den kleineren Campus Süd. Zudem befinden sich einige Bereiche der Hochschule im angrenzenden Technologiepark. Genauere Informationen können Sie den Lageplänen entnehmen.